Lärmschutz in Nordhessen: SPD-Abgeordnete und Bürgerinitiativen unterstützen Lärmschutzmessung an A44, A49 und A7

Bei einer Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus in Kirchbauna am Freitag, 8. Oktober, berichteten die örtlichen SPD-Abgeordneten über den Fortschritt bei den geforderten Lärmschutzmaßnahmen an den Bundesautobahnen 44, 49 und 7.

Neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern waren auch Vertreterinnen und Vertreter diverser Bürgerinitiativen für mehr Lärmschutz sowie per Video die Verkehrsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion Kirsten Lühmann zugeschaltet.

Die drei Landtagsabgeordneten Günter Rudolph (Schwalm-Eder), Oliver Ulloth und Manuela Strube (beide Landkreis Kassel) gaben einen Überblick über den aktuellen Sachstand bei der Anschaffung von Sense-Boxen zur Lärmmessung durch die Anrainer-Kommunen der betroffenen Autobahnabschnitte.

„In enger Abstimmung mit den Bürgermeistern der Region haben wir einen Aufschlag für besseren Lärmschutz entlang den Autobahntrassen in Nordhessen gemacht,“ so die Baunatalerin Manuela Strube. „Wir mussten feststellen, dass in vielen der betroffenen Abschnitte die Lärmschutzmaßnahmen nur nach Berechnungen und nicht nach Messungen festgelegt werden“, so Manuela Strube über die Ausgangslage der Messung.

Die Landtagsabgeordneten beklagten zudem, dass ihre Anliegen um mehr Dialog und stärkere Schutzmaßnahmen im Verkehrsministerium auf keine Resonanz stießen. „Es ist ein Unding vom Verkehrsministerium gewesen, uns Abgeordneten vorzuwerfen, es ginge bei den Lärmschutzmaßnahmen um Wahlkampf“, so der Landtagsabgeordnete Oliver Ulloth über die Dialogbereitschaft des Verkehrsministeriums und sein Kollege Günter Rudolph ergänzte: „Es geht um die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die schon lange unter der Lärmbelastung leiden und sich in Initiativen dagegen einsetzen.“

In der weiteren Diskussion des Abends stellte Verkehrsexpertin Lühmann klar, „dass genug Gelder für aktiven Lärmschutz bereitstehen“, die Gelder aber nicht vernünftig abgerufen und verteilt werden, sodass im letzten Jahr nur knapp die Hälfte der verfügbaren Summe für mehr Lärmschutz in Deutschland investiert wurden.

Durch den Zusammenschluss der nordhessischen Kommunen bei der Anschaffung der Messboxen und einer statistischen Auswertung mit Hilfe von sogenannten „Dash-Boards“ werden nun über die Dauer eines Jahres Messdaten gesammelt und mit den berechneten Zahlen des Verkehrsministeriums verglichen, um einen möglichen Handlungsbedarf beim Lärmschutz wissenschaftlich nachweisen zu können.

Die Universität Kassel unterstützt dabei die Kommunen bei der Darstellung und wissenschaftlichen Auswertung der Dash-Boards, um die Qualität der erhobenen Daten zu sichern und zu validieren.

„Wir sind zuversichtlich, dass die gewonnen Daten dabei helfen werden, den Bürgerinnen und Bürgern durch erweiterte aktive Lärmschutzmaßnahmen zu helfen“, so die Abgeordneten resümierend.