Zweites Gesetz zur Anpassung des hessischen Schulgesetzes: Manuela Strube kritisiert mangelnde Berufsorientierung und fehlende Perspektiven für Jugendliche

Wiesbaden. Die hessische Bildungspolitikerin Manuela Strube hat in der Debatte im Hessischen Landtag erneut deutlich die Landesregierung für die mangelnde Berufsorientierung und fehlende Konzepte für Schulabgängerinnen und –abgänger in der Pandemie kritisiert. In dritter Lesung wurde an diesem Donnerstag über das Zweite Gesetz zur Anpassung des hessischen Schulgesetzes an die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus beraten. „Was ich nicht akzeptieren kann, ist die Tatsache, dass mit dem Gesetzentwurf die Situation für Jugendliche noch verschärft wird, indem die Landesregierung die Möglichkeit gibt, im schlimmsten Fall bis zum Ende des Schuljahres 2021/2022 die Berufsorientierung – insbesondere auch Betriebspraktika – auszusetzen“, so die SPD-Abgeordnete Strube. Bereits im letzten Jahr habe sich ein Aussetzen der Praktika in den Sommermonaten als wenig hilfreich erwiesen, genau in dem Zeitraum, in dem Betriebe und Unternehmen aufgrund der pandemischen Entwicklung Praktika leichter hätten anbieten können als im Herbst und Winter 2020/2021. Die nordhessische Abgeordnete fordert deshalb eine Priorisierung der Betriebspraktika, eine Konkretisierung des Gesetzentwurfes sowie eine Kostenbeteiligung des Landes Hessen für aufwändige virtuelle Kompensationsangebote zu Praktika. Die Landtagsabgeordnete kritisiert ebenfalls die Perspektiven für Jugendliche in Abgangsklassen. „Jugendliche mit mittlerem Abschluss und ohne direkte Perspektive einer Ausbildung dürfen nicht vergessen werden“, erklärt sie und ergänzt, „Bieten Sie Schülerinnen und Schülern weiterhin den Besuch der einjährigen höheren Berufsfachschule an. Im Schulversuch BÜA 2.0 sind sie ja bereits hinten runtergefallen.“ Auch die Reaktivierung der Berufseinstiegsbegleitung sei notwendig. Sie kritisiert: „Letztes Jahr wurde diese Berufseinstiegsbegleitung gegen großen Widerstand von vielen verschiedenen Akteuren von Ihnen als Landesregierung beendet. Und warum? Weil das Programm durch ESF-Mittel finanziert und ausgelaufen ist.“ Die Landtagsabgeordnete Manuela Strube fordert eine Rücknahme der Entscheidung, damit den Jugendlichen die Chance gegeben sei, ohne Brüche in das Erwerbsleben einzusteigen.