Lehrergewerkschaft und SPD kritisieren Kultusminister: GEW und Landtagsabgeordnete fordern hessenweit kleine Lerngruppen und Distanzunterricht

Kreis Kassel – Der GEW-Kreisverband Kassel-Land (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) sowie die beiden Landtagsabgeordneten der SPD, Manuela Strube und Oliver Ulloth, kritisieren die wechselnden Vorgaben des Kultusministeriums und fordern die hessenweite Einleitung der Stufe 3 des Hygienekonzepts an Schulen.

„Angesichts dramatisch steigender Fallzahlen erscheint uns die Mischung aus Präsenzunterricht in kleineren Lerngruppen und Distanzunterricht als Chance, das Recht auf Bildung länger und besser umsetzen zu können, als es durch das Festhalten an großen Lerngruppen in Klassenstärke möglich ist“, teilen die Vorsitzenden der GEW mit. Durch die Stufe 3 werde zudem die Möglichkeit geschaffen, den Bustransport der Schüler zu entzerren und das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

„Kultusminister Lorz untersagt verantwortliches Handeln im Landkreis Kassel und schränkt unseren Schulträger in seinen Handlungsmöglichkeiten massiv ein“, kritisieren die beiden Landtagsabgeordneten Manuela Strube und Oliver Ulloth.

Das sei weder sinnvoll noch zielführend angesichts der aktuellen Situation. „Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen müssen die Schulträger für ihre Schulen das von der SPD bereits vor den Sommerferien geforderte Wechselmodell (Stufe 3) rechtssicher umsetzen können“, so die Landtagsabgeordnete Manuela Strube, die selbst Mitglied im Kulturpolitischen Ausschuss ist.

Mit dem Wechselmodell könne man sinnvoll präventiv agieren, um komplette Schulschließungen zu vermeiden. Das sei gerade im Sinne sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. „Was sie jetzt auf keinen Fall brauchen, ist wochenlang der Schule fernzubleiben“, sagt Strube. Statt weiterhin zu mauern und unvorbereitet ins nächste Chaos zu schlittern, müsse Schwarz-Grün den Schulen umgehend Flexibilität einräumen.

Der Landkreis Kassel hatte am Freitag in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Region Kassel und dem Staatlichen Schulamt für seine Schulen für die Jahrgänge 1 bis 8 die Stufe 2 des Planungsszenariums und für die Jahrgänge 9 und 10 sowie die Jahrgänge der gymnasialen Oberstufe und für die Beruflichen Schulen die Stufe 3 des Planungsszenariums ausgelöst. Zusätzlich sollte es eine Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht geben.

Die Vorgaben musste der Landkreis am Wochenende aufgrund der neuen Vorgaben des Kultusministeriums wieder zurückziehen.

Quellenangabe: Hessische Allgemeine (Kassel-Süd) vom 03.11.2020, Seite 9