Förderung der Bildungssprache Deutsch: SPD-Abgeordnete Strube: „Verpflichtende Vorlaufkurse schießen am Ziel vorbei“

Wiesbaden. Mit einem neuen Gesetz möchten CDU und Bündnis 90/DIE GRÜNEN das Hessische Schulrecht verändern, um bisher freiwillige Vorlaufkurse zur Sprachförderung verpflichtend in Hesseneinzuführen. Klare Kritik an diesem Gesetzentwurf äußerte die SPD-Bildungspolitikerin Manuela Strube in ihrer Rede im Rahmen der zweiten Lesung im Plenum des Hessischen Landtags am 29.09.2020.

„Jedes Kind in Hessen sollte optimal in der sprachlichen Entwicklung gefördert werden. Bisher nehmen bereits etwa 95 Prozent der Kinder mit Empfehlung ein entsprechendes Angebot durch die freiwilligen Vorlaufkurse wahr. Es ist jedoch immer noch nicht geklärt, warum die restlichen fünf Prozent der Kinder nicht daran teilnehmen. Ohne dieses Wissen und ohne klares Konzept schießt der Vorschlag von Schwarz-Grün wieder einmal am Ziel vorbei“, so Manuela Strube.

„Insbesondere die unpraktische Organisation der Kurse scheint ein Problem zu sein“, erklärt die SPD-Politikerin und verweist damit auf die Stellungnahmen, die vom Kulturpolitischen Ausschuss eingeholt wurden. „Statt einer Pflicht, die frühzeitig negativ belastete Erfahrungen zwischen Eltern und Schule provoziert, setzen wir als SPD-Fraktion auf verstärkte Kommunikation und einen Rechtsanspruch. Durch einen solchen Rechtsanspruch könnten auch Fragen der Beförderung familienfreundlich und in Absprache mit den Kommunen geklärt werden.“

„Zudem sprechen wir uns klar für die Kindertagesstätten als inklusive Institution aus, in der Kinder eine solche Sprachförderung erhalten können. Hierzu werden Ressourcen für gut ausgebildete Fachkräfte und eine verstärkte Kooperation zwischen Kita und Schule benötigt“, sagt die Landtagsabgeordnete Manuela Strube und betont die Verantwortung der Landesregierung.