Sozialpädagogik an Beruflichen Schulen: Manuela Strube und Karin Hartmann (SPD): Unzureichende Stellenzuweisung von UBUS-Kräften an berufliche Schulen

Rede zum Thema "Erste Hilfe an Schulen"

Die Antwort des Hessischen Kultusministers auf die Kleine Anfrage zur „Unterrichtsbegleitenden Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte (UBUS) an beruflichen Schulen in Hessen“ der SPD-Landtagsabgeordneten Manuela Strube und Karin Hartmann stößt bei den Bildungspolitikerinnen auf großes Unverständnis. Die aktuelle Stellenzuweisung sieht 0,25 Stellen für UBUS-Kräfte an beruflichen Schulen unabhängig von der Zahl der Schülerinnen und Schüler vor. „Dass sich daran in dieser Legislaturperiode nichts mehr ändern soll, zeigt erneut, wie Berufsschulen von Schwarzgrün vergessen werden“, erklärt Strube. Sie fordert, die Stellenzuweisung zu erhöhen und die Zahl der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.

 

„Der Hessische Kultusminister spricht von einer Grundunterstützung. Aber wie soll man das verstehen, wenn eine große Schule im Main-Kinzig-Kreis mit 2.349 Schülerinnen und Schülern genauso viel sozialpädagogische Unterstützung von der Landesregierung zugebilligt bekommt, wie eine Schule des Wetteraukreises mit 393 Schülerinnen und Schülern?“, fragt Karin Hartmann. „Darauf zu verweisen, dass die Schulen sich individuell mit ihren Mitteln weitere Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen finanzieren könnten, erklärt diese Zuteilung nicht“, so Hartmann.

 

Auch die AGD, die Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren an den beruflichen Schulen und den Studienseminaren für die beruflichen Schulen in Hessen e.V., weise bereits seit längerer Zeit auf dieses Problem hin. Schon kurz nach der Einführung der UBUS-Kräfte 2018 hatte sie den hessischen Kultusminister Prof. Dr. Lorz über die mangelnde sozialpädagogische Unterstützung an beruflichen Schulen informiert und ihre Forderung nach einer Erhöhung im November 2019 noch einmal bekräftigt.

 

„Insbesondere die Corona-Pandemie stellt junge Erwachsene an beruflichen Schulen vor viele Herausforderungen. Unsicherheiten in den Betrieben, private Belastungen und auch die wenigen Präsenztage in der Schule haben zu einer herausfordernden Situation der Schülerinnen und Schüler geführt. Gerade jetzt müssen sie von sozialpädagogischen Fachkräften begleitet und unterstützt werden“, sagt Karin Hartmann. „Es sind ja gerade diese jungen Menschen, die wir in unserer Gesellschaft für die Zukunft stärken sollten. Sie sind es, die einem Fachkräftemangel entgegenwirken“, ergänzt Strube.