Manuela Strube: Vorsorge besser als Nachsorge – Land muss bei Berufseinstiegsbegleitung Klarheit schaffen

Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag fordert die schwarzgrüne Landesregierung auf, die Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung in Hessen sicherzustellen. Die Begleitung hilft seit 2012 Schülerinnen und Schülern mit einem besonderen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Das erfolgreiche Programm, das aktuell rund 1.400 junge Menschen in Hessen unterstützt, wird derzeit je zur Hälfte aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds ESF finanziert. Dessen Finanzierungsanteil soll aber mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 entfallen.

Die SPD-Abgeordnete Manuela Strube, die in der Landtagsfraktion ihrer Partei für den Bereich der beruflichen Bildung zuständig ist, fordert deswegen Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf, bis Ende April eine verbindliche Finanzierungszusage abzugeben und anstelle des ESF in das Programm einzutreten.

Strube sagte dazu am Freitag: „Bund und Länder wollen gemeinsam die Zahl derer, die ohne Abschluss von der Schule abgehen, halbieren. Auch die Zahl der jungen Erwachsenen, die grundsätzlich ausbildungsfähig sind, aber trotzdem keinen Beruf erlernen, soll halbiert werden. Dazu trägt die Berufseinstiegsbegleitung wirksam bei, indem sie leistungsschwächere Jugendliche auf dem Weg zum Schulabschluss sowie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz individuell unterstützt und sie im ersten Halbjahr der Lehre weiter stabilisiert. Es wäre ein Rückschlag für die Bemühungen, mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen, wenn die Landesregierung diesem erfolgreichen Programm den Stecker ziehen würde.“

Strube erläuterte, dass die Zusage zur Fortführung des Programms bis Ende April erfolgen müsse. „Leider sieht sich das Kultusministerium auch vier Wochen vor diesem Termin nicht in der Lage, eine klare Aussage zur Finanzierung zu treffen. Die Bundesmittel stehen bereit, aber Hessen kann sich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Dabei brauchen die Projektträger und – wichtiger noch – die betroffenen Jugendlichen dringend Planungssicherheit. Ich verstehe das Zaudern und Zögern von Schwarzgrün nicht, denn jeder Jugendliche, der ohne Schulabschluss und Ausbildung bleiben muss, weil er nicht adäquat gefördert wird, kostet den Staat am Ende mehr Geld als die individuelle Berufseinstiegsbegleitung“, kritisierte Manuela Strube.